Wohnen

Was zu Hause wirklich den meisten Strom verbraucht

Eine Formel, die jedes Gerät in Monatskosten umrechnet, und eine Tabelle gängiger Geräte, die zeigt, wohin Ihre Rechnung tatsächlich geht.

Ein Stromzähler neben Haushaltsgeräten
mkroepfl77 · CC BY 2.0
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Die meisten Ratschläge zum Senken der Stromrechnung drehen sich um Licht ausschalten und Ladegeräte ausstecken. Das sind gute Gewohnheiten, doch ihre tatsächliche Wirkung auf die Rechnung ist klein — und sie lenken oft davon ab, wohin das Geld wirklich geht.

Das Wichtigste

Alles, was heizt oder kühlt, verbraucht mehr als fast alles Übrige zusammen: Klimaanlage, Warmwasser, Elektroheizung. Danach der Kühlschrank, weil er 24 Stunden läuft. Beleuchtung, Bildschirme und Ladegeräte machen zusammen einen kleinen Teil der Rechnung aus.

Die Formel

Eine Zeile genügt:

Monatskosten = (Watt × Stunden pro Tag ÷ 1000) × kWh-Preis × 30

Der Klammerausdruck ergibt die Kilowattstunden (kWh) pro Tag — die Einheit, nach der tatsächlich abgerechnet wird.

Beispiel: eine Klimaanlage mit 1200 Watt, 6 Stunden täglich, bei 0,20 pro kWh:

(1200 × 6 ÷ 1000) × 0,20 × 30 = 43

Ein einziges Gerät. Nichts sonst im Haus kommt da heran.

Nehmen Sie Ihren eigenen Preis

Der kWh-Preis unterscheidet sich nach Land, Anbieter und oft nach Tarif. Entnehmen Sie ihn Ihrer eigenen Rechnung — suchen Sie eine Zeile mit „kWh" — und verwenden Sie ihn in allen folgenden Rechnungen anstelle des Standardwerts.

Gängige Geräte

Gerechnet mit 0,20 pro kWh. Setzen Sie Ihren eigenen Preis ein, damit die Tabelle zu Ihrem Haushalt passt.

GerätWattStunden/TagMonatskosten
Klimaanlage (12.000 BTU)1200643,20
Elektrischer Warmwasserspeicher2000224,00
Elektroheizung2000448,00
Kühlschrank15024 (getaktet)10,80
Waschmaschine50013,00
Elektrobackofen20000,56,00
Bügeleisen15000,32,70
Desktop-Rechner20067,20
50-Zoll-LED-Fernseher10053,00
Notebook6062,16
10 LED-Lampen9052,70
Router10241,44
Handy-Ladegerät530,09

Drei Ergebnisse gegen die Intuition

Erstens: Die Elektroheizung kostet mehr als die Klimaanlage. Weil sie Strom direkt in Wärme umwandelt, zu 100 % und nicht mehr. Eine Klimaanlage arbeitet als Wärmepumpe — sie verschiebt Wärme, statt sie zu erzeugen — sodass jede Einheit Strom mehrere Einheiten Wärme liefert. Direktes elektrisches Heizen ist die teuerste Art, irgendetwas zu erwärmen.

Zweitens: Der Kühlschrank ist nicht der größte Verbraucher, obwohl er nie ausgeht. Seine Leistung ist bescheiden, und der Kompressor läuft getaktet statt durchgehend. Er landet trotzdem weit oben, weil 24 Stunden eine große Zahl ist.

Drittens: Das Handy-Ladegerät ist ein Rundungsfehler. Neun Cent im Monat. Ladegeräte auszustecken ist eine gute Sicherheitsgewohnheit, keine Sparmaßnahme.

Die allgemeine Regel

Betrachtet man die Tabelle als Ganzes, zeigt sich ein Muster:

Alles, was heizt oder kühlt, verbraucht in Kilowatt. Alles, was Informationen verarbeitet oder Licht abgibt, verbraucht in Watt.

Der Unterschied beträgt den Faktor tausend. Deshalb spart die Klimaanlage zwei Grad höher zu stellen mehr, als jedes Licht im Haus auszuschalten.

Wo sich die Mühe wirklich lohnt

Nach Wirkung geordnet, nicht nach Einfachheit:

  1. Stellen Sie die Klimaanlage auf 25 statt 22. Jedes Grad macht rund 5–7 % ihres Verbrauchs aus. Drei Grad ≈ ein Fünftel des größten Postens Ihrer Rechnung.
  2. Verkürzen Sie die Warmwasserzeit. Drei Minuten weniger Dusche schlagen alle Kleingeräte zusammen.
  3. Reinigen Sie den Filter der Klimaanlage. Ein verschmutzter Filter zwingt das Gerät, für dasselbe Ergebnis länger zu laufen.
  4. Waschen Sie kalt. Der größte Teil des Verbrauchs einer Waschmaschine geht ins Erwärmen des Wassers, nicht ins Drehen der Trommel.
  5. Türen und Fenster beim Kühlen schließen. Offensichtlich — und ständig ignoriert.

Selbst nachmessen

Die obige Tabelle ist eine Schätzung. Für Ihre echten Zahlen:

  • Zählerstand ablesen zu einer festen Uhrzeit und 24 Stunden später erneut. Die Differenz sind Ihre täglichen kWh.
  • Einen Tag ohne Klimaanlage ausprobieren und vergleichen. Der Unterschied ist ihre tatsächliche Belastung in Ihrem Haushalt, keine Schätzung.
  • Das Typenschild lesen — die reale Leistungsaufnahme kann von der Tabelle abweichen.

Diese Messung ist die halbe Stunde wert, denn sie macht aus einer Vermutung eine Zahl, mit der sich handeln lässt.

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Häufige Fragen

Wie rechne ich ein einzelnes Gerät genau aus?

Multiplizieren Sie die Wattzahl mit den täglichen Betriebsstunden, teilen Sie durch 1000 für Kilowattstunden und multiplizieren Sie mit Ihrem kWh-Preis und mit 30 für einen Monat.

Wo finde ich die Wattzahl eines Geräts?

Auf dem Typenschild an der Rückseite oder Unterseite oder im Handbuch. Sie steht in Watt (W) oder Kilowatt (kW). Sind nur Ampere angegeben, multiplizieren Sie mit der Spannung — meist 230 — um Watt zu erhalten.

Fällt der Standby-Verbrauch wirklich ins Gewicht?

Ja, aber weniger als oft behauptet. Ein modernes Gerät zieht im Standby etwa 0,5 bis 3 Watt. Über zehn Geräte bleibt die Summe klein gegenüber zwei Stunden Klimaanlage.

Was verbraucht üblicherweise am meisten?

Alles, was heizt oder kühlt — Klimaanlage, Warmwasser, Elektroheizung — danach der Kühlschrank, weil er trotz bescheidener Leistung rund um die Uhr läuft.

Bringt es etwas, Licht auszuschalten?

Wenig, wenn es LED ist. Zehn 9-Watt-LEDs über fünf Stunden kosten weit weniger als eine einzige Stunde Klimaanlage. Setzen Sie Ihre Mühe bei Heizen und Kühlen an.

Quellen

  1. Umweltbundesamt — Stromsparen im Haushalt
Korrekturen

Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns — wir korrigieren ihn und vermerken die Änderung am Ende des Artikels. Hello@daily-atlas.com

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